KUNST + KULTUR | EKÔ HAUS DER JAPANISCHEN KULTUR
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EKÔ Haus der Japanischen Kultur
Brüggener Weg 6
40547 Düsseldorf

Telefon 0211 - 57 79 18-0
Telefax 0211 - 57 79 18-219

 

Im Düsseldorfer Stadtteil Niederkassel wurde im Jahre 1993 ein japanisches Kulturzentrum eröffnet: das EKÔ-Haus. Der Grundstein wurde 1988 von Yehan Numata gelegt, dem Gründer der Gesellschaft Mitutoyo und der 'Society for Buddhist Understanding'. Zum EKÔ-Haus gehören ein buddhistischer Tempel, japanische Gärten, ein Haus in traditionellem Baustil mit einem Teeraum, im Souterrain des Hauptgebäudes ein Ausstellungs-und Vortragsraum, zwei Seminarräume sowie ein Saal für größere Veranstaltungen, und in einem zusätzlichen Gebäude, dem Kyôsei-kan, seit dem Jahre 1999 ein internationaler Kindergarten und eine öffentliche Bibliothek mit Archiv, Leseraum und Gästezimmern.
Nicht zufällig ist Düsseldorf als eine der größte japanischen Städte in Europa fE das Kulturzentrum ausgewählt worden. Mit der Einrichtung des EKÔ-Hauses können die in dieser Region lebenden Japaner in ungewohnter Weise vertraute Gebräuche ihrer eigenen Kultur pflegen und zeigen. Damit aber erhalten die Menschen des heimischen Kulturkreises auch eine einzigartige Gelegenheit, diese Gebräuche kennenzulernen und daran teilzunehmen.

Zu den Veranstaltungen gehören: die Feier buddhistischer Feste, Teezeremonien, Gartenfeste mit Musik-oder Theaterdarbietungen, Musikveranstaltungen, Lese-und Arbeitskreise für buddhistische Grundtexte, Ausstellungen, Einführungskurse in traditionelle japanische Künste (u.a. Tuschemalerei, Kalligraphie, Ikebana, Instrumenten-Spiel, Tanz und Kochen), Vorträge und Vortragsreihen, Filmvorführungen, Gesprächskreise zu aktuellen Themen, usw..

 


Foto: Oberkassel.de

Schon ein kurzer Rundgang durch die Anlage vermittelt einen Eindruck von der tiefen Verwurzelung der traditionell japanischen Kultur im Buddhismus. Sowohl die Gartenanlage als auch das japanische Haus verlangen vom Besucher ein Gefühl der Achtsamkeit und stillen Einkehr.

Die Gärten zeigen zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht. Am schönsten sind sie jedoch in den Frühjahrsmonaten, wo der Reihenfolge nach die Pflaumen, die Kirschen und zuletzt die Azaleen blühen.

Der Garten, dessen Prozessionsweg nach dem Tor zunächst an einem Reinigungsbecken vorbeiführt, gehört zum Typus der 'Reine-Land-Gärten'. Er ist also schon selbst Ort rituellen Geschehens. Hier ist er als Trockengarten angelegt: Wasserfall, Flußlauf, Teich und Uferbänke sind 'trocken' nur mit Steinen dargestellt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, den Wasserbereich zu besonderen Anlässen zu fluten. Gegenüber dem Bergtor auf der anderen Seite des Gartens steht auf einem Felsblock unter einem Pavillon eine Plastik des Prinzen Shôtoku (Shôtoku Taishi, 574-622), die der bedeutende zeitgenössische Bildhauer Wakei Nagaoka im Jahre 2002 dem EKÔ-Haus gestiftet hat. Zur Regierungszeit Shôtokus kam der Buddhismus nach Japan, und dieser Fürst hat in vielen Belangen wesentlich zu seiner Verbreitung beigetragen.
Die schwere Bronzeglocke im Glockenturm wird eine Stunde vor den großen Festen zehn Mal mit je einminütigem Abstand geschlagen. Am letzten Tag des Jahres wird auf ihr das Joya-no kane ausgeführt. 108 Mal wird sie, ebenfalls mit je einminütigem Ausklang, angeschlagen, um damit die 108 Grundleiden des Menschen fortzuschicken und verwehen zu lassen. An der Westseite des Tempels liegt eine Gedächtnisstätte für die Toten, die nach Shin-buddhistischem Ritual bestattet wurden. Die Inschrift in chinesischen Schriftzeichen liest sich in japanischer Aussprache: "Kue issho": "Alle versammeln sich an einem einzigen Ort."

Das herausragende Bauwerk des Gebäudekomplexes ist der Tempel. Das Erdgeschoss der Haupthalle ist dem Jôdo-shin-Tempel in Utsunomiya (nördlich von Tôkyô) nachgebaut.

 
 
 

Foto: EKÔ-Haus
 

Foto: Oberkassel.de