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Düsseldorf linksrheinisch – Die andere Seite der Stadt
 

Der Grenzverlauf des Stadtbezirkes Oberkassel entspricht im Wesentlichen dem der erstmals im neunten Jahrhundert urkundlich erwähnten Landgemeinde Heerdt. Jahrhundertelang orientierte sich das in der Rheinschlinge liegende Dorf zum linksrheinischen Hinterland.

Erst nach dem Bau der ersten festen Rheinbrücke im Jahre 1898 gewann Düsseldorf für Heerdt -und umgekehrt- an Bedeutung. Durch die entstehenden Wohngebiete in Oberkassel stieg die Einwohnerzahl der Gemeinde Heerdt sprunghaft an. Der Gemeinderat setzte 1909 gegen die Stimmen der alteingesessenen Heerdter auf Betreiben von Nikolaus Knopp die Eingemeindung nach Düsseldorf durch.

Danach galt Oberkassel als ein Viertel für bessere Kreise. Namhafte Baumeister errichteten, unter anderem für Künstler, die durch die grosse Kunstausstellung 1902 zu Geld gekommen waren, repräsentative Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die meist mit Jugendstilelementen versehenen Gebäude sind in den Kriegen weitestgehend erhalten geblieben und stehen heute unter Denkmalschutz.

Neben den Kreativen erkannten auch die in Düsseldorf lebenden Japaner den Reiz der linksrheinischen Stadtteile. Am Niederkasseler Kirchweg bauten sie 1973 eine eigene japanische Schule und einen Steinwurf von hier entfernt 1993 ein Kulturzentrum, das EKO-Haus.

Die Nähe zum Rhein, die gepflegten Jugendstilensembles im Stadtteil Oberkassel, aber auch die winkligen Gassen in Alt-Heerdt und Alt-Lörick mit den alten properen Häusern haben ihren besonderen Charme. Im dörflichen Alt-Niederkassel vermitteln gutbürgerliche Gaststätten Geborgenheit.

Ziel- und Quellverkehre von und zu der wachsenden Zahl von Bürobauten und der überörtliche Verkehr über die 3 Brücken belasten den Bezirk zunehmend. So gilt das besondere Augenmerk auch einem ausgewogenen Verkehrskonzept und einer stärkeren Ausweisung von Wohnbauflächen. Die überwiegende Mehrheit der Halbinselbewohner soll sich doch - wie heute - auch in Zukunft im Stadtbezirk Oberkassel wohlfühlen - und um keinen Preis den linksrheinischen Wohnsitz mit einem "in der Stadt" oder auch außerhalb Düsseldorfs tauschen wollen.

 
Geschichte der linksrheinischen Stadtteile
 

1074 Die Pfarre Heerdt, welche die heutigen linksrheinischen Stadtteile umfasst, wird unter Erzbischof Anno von Köln der Äbtissin des Benediktinerinnenklosters in Neuss unterstellt.

1255 Heerdt fällt mit der Grafschaft Hülchrath an die Grafschaft Kleve.

1378 Durch Kauf kommt Heerdt als Teil des Amtes Linn zum Erzbistum Köln und bleibt kurkölnisch bis 1794.

1689 Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (Jan Wellem) legt zum Schutz seiner Residenzstadt Düsseldorf auf dem Oberkasseler Rheinufer, auf kurkölnischem Gebiet, das Fort Düsselburg an.

1794 Heerdt wird von französischen Truppen besetzt und ein Teil der französischen Republik; Mairie de Herd im Kanton Neuss im Arrondissement Krefeld.

1815 Heerdt wird preussisch und mit 1161 Einwohnern eine Bürgermeisterei des Kreises Neuss. Der Bürgermeister ist zugleich Bürgermeister von Büderich.

1839 An die Stelle der seit 1699 bestehenden Fähre nach Düsseldorf tritt eine Schiffsbrücke.

1854 Die Aachen - Düsseldorfer Eisenbahn-Gesellschaft errichtet in Oberkassel einen Bahnhof.

1898 Die Rheinische Bahngesellschaft erschließt Oberkassel als Wohngebiet, den Bereich der Hansa-Allee als Industriegelände, baut die Oberkasseler Brücke und eröffnet die elektrische Schnellbahn nach Krefeld.

1899 Die ersten größeren Werke lassen sich an der Hansa-Allee nieder.

1907/1908 Die Gemeinde Heerdt errichtet in Oberkassel die Höhere Schule für Mädchen und Jungen sowie eine Verwaltungsnebenstelle in der Drakestraße.

1909 Die Gemeinde Heerdt wird nach Düsseldorf eingemeindet.

1918 Nach dem Ersten Weltkrieg besetzen belgische Truppen die linksrheinischen Stadtteile (bis 1926).

1930 Das Verwaltungsgebäude an der Luegallee wird in Benutzung genommen.

1937 Die Jugendherberge an der Rheinallee wird eröffnet.

1945 Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wird die Oberkasseler Brücke gesprengt. Die englischen Besatzungstruppen bauen im Herbst zwischen Rheinterrasse und Kaiser-Friedrich-Ring eine schwimmende Brücke.

1948 Die katholischen Pfarreien bilden das neugeschaffene selbständige Dekanat Düsseldorf-Heerdt. Die Oberkasseler Brücke wird als Dauerbehelfs-Brücke wieder in Benutzung genommen.

1957 Als zweite Straßenbrücke wird die Theodor-Heuss-Brücke dem Verkehr übergeben.

1960 Am "Seestern" werden die ersten Neubauten errichtet; ein neues Zentrum von Firmen und Betrieben entsteht.

1961 Das Freibad Lörick ist fertiggestellt.

1969 Die Kniebrücke wird dem Verkehr übergeben.

1973/1974 Die neue Oberkasseler-Brücke wird in provisorischer Lage dem Verkehr übergeben.

1975 Bei der Einteilung des Stadtgebietes in Bezirke bilden die linksrheinischen Stadtteile den Stadtbezirk 4.

1976 Nach Abbruch der alten Behelfsbrücke wird die neue Oberkasseler Brücke an deren Stelle geschoben.

 
 
 
Ein schönes Stück Heimat


Düsseldorf-Niederkassel

 


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